Schweizerischer Landfrauenverband SLFV, AfA362

Verwaltungsgeschichte, Historique administratif:
Die ersten Produzentinnen, die sich in einer eigenständigen Organisation zusammenschlossen, stammten aus der Umgebung von Moudon, wo im Sommer 1918 unter der Federführung von Augusta Gillabert-Randin die Association des Productrices de Moudon gegründet wurde. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre entstanden auch in den protestantischen Mittellandkantonen der Deutschschweiz Bäuerinnen- und Landfrauenverbände. Viele von ihnen schlossen sich 1932 im Schweizerischen Landfrauenverband (SLFV) zusammen, dem später auch die Bäuerinnenorganisationen aus den katholischen Kantonen Zug und Freiburg als Mitglieder beitraten. Treibende Kraft bei der Gründung des SLFV war Lilly Kohler-Burg, die Präsidentin des 1929 gegründeten Aargauischen Landfrauenverbands. Zur ersten Präsidentin des SLFV wurde Anna Schneider-Schnyder, die Vizepräsidentin des Verbands Bernischer Landfrauenvereine (VBL), gewählt, weil die Bernerinnen über ein eigenes Sekretariat und mit Marie Renfer eine Geschäftsführerin verfügten, die auch die Geschäfte des Schweizerischen Verbandes führte. Augusta Gillabert-Randin war im SLFV kaum mehr aktiv, wurde aber von diesem bei der Gründung zur Ehrenpräsidentin ernannt. 1935 trat der SLFV dem Weltlandfrauenverband in London und 1941 dem Schweizerischen Bauernverband (SBV) in Brugg als Mitglied bei. Ab 1937 verfügte der SLFV über ein eigenes Sekretariat, das zuerst von Marie Renfer, ab 1943 von Marie-Luise Oettli geführt wurde. Die 1930 von der in Schaffhausen aktiven Emilie Dettwyler-Jecker gegründete Schweizerische Landfrauen Zeitung konnte sich als Publikationsorgan des SLFV nicht durchsetzen, weil die kantonalen Sektionen ihre Mitteilungen in der Regel in den bestehenden Periodika der kantonalen Agrarpresse publizieren konnten oder darin über eine Bäuerinnenseite verfügten. Erst ab dem Sommer 1945 gab der SLFV mit dem Mitteilungsblatt Die Bäuerin ein eigenes Publikationsorgan heraus. Dieses erschien bis 1951 als Beilage der Zeitschrift Schweizerische Geflügelzeitung, danach in der Schweizerischen Landwirtschaftlichen Zeitschrift (Die Grüne), der Zeitschrift des Schweizerischen Landwirtschaftlichen Vereins. Zu den Haupttätigkeiten des SLFV gehörte die Organisation der beruflichen Aus- und Weiterbildung der Bäuerinnen, die der Dachverband zusammen mit seinen kantonalen Sektionen und den bäuerlichen Hauswirtschaftsschulen gemäss den kantonalen Richtlinien durchführte. Nachdem ein 1962 vom Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit erlassenes Reglement die Durchführung der Berufsprüfung für Bäuerinnen gesamtschweizerisch regelte, arbeitete der SLFV in Ausbildungsfragen eng mit dem 1961 gegründeten Schweizerischen Verband Katholischer Bäuerinnen (SVKB) zusammen. 2006 schlossen sich die beiden Verbände zum Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) zusammen.

Bestandsgeschichte, Historique du fond d'archive:
Dieser Archivbestand wurde vom Archiv für Agrargeschichte eruiert, erschlossen und dem Archiv zur Geschichte der Schweizerischen Frauenbewegung zur dauernden Aufbewahrung übergeben

Link zum Archiv der Schweizerischen Frauenbewegung (Gosteli-Stiftung)