Kellerhals, Otto, 777
Verwaltungsgeschichte, Historique administratif:
Otto Kellerhals wirkte in seiner Funktion als Mitarbeiter der Eidgenössischen Alkoholverwaltung (EAV) an der Revision der Alkoholartikel in der Bundesverfassung 1929/30 sowie an der Schaffung und Umsetzung des 1932 entstandenen Alkoholgesetzes mit. In seiner Zeit als Direktor der EAV engagierte er sich zusammen mit seiner Sekretärin Dora Baumann vor allem für eine brennlose Verwertung von Kartoffeln und Obst. So finanzierte die Alkoholverwaltung die verbilligte Abgabe von Kartoffeln und Obst an Bedürftige im Berggebiet und engagierte sich in der Entwicklung neuer Verwertungsverfahren wie der Herstellung von Süssmost, Obstsaftkonzentrat, Obstessig und Trockentrester als Viehfutter. Damit konnte der Konsum von Süssmost ausgedehnt und derjenige von Branntwein reduziert werden. Zudem ging die Zahl der privaten Brennapparate durch den Ankauf der Alkoholverwaltung um rund die Hälfte zurück. Diese 'Politik im Dienste der Volksgesundheit' wurde aus Brennereikreisen in der Innerschweiz bekämpft, mit der Ablehnung der sogenannten REVAL-Initiative 1941 allerdings vom Souverän erneut gestützt.
Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Konsum importierter gebrannter Wasser zunahm, setzte sich die Alkoholverwaltung unter Kellerhals' Führung für eine Erhöhung von dessen steuerlicher Belastung ein. Der Reingewinn der Alkoholverwaltung - 75 Millionen Franken im Jahr 1965 - floss zum grössten Teil in die Kassen der AHV und der Kantone, die mit den Beiträgen den Alkoholmissbrauch bekämpften.
Bestandsgeschichte, Historique du fond d'archive:
Dieser Archivbestand wurde vom Archiv für Agrargeschichte eruiert, erschlossen und dem Schweizerischen Bundesarchiv zur dauernden Aufbewahrung übergeben
